November 2011

Kriminalstück in drei Akten
von Agatha Christie
Dialektbearbeitung: Susan Saladin
Aufführungsrechte: VVB, Norderstedt

Der Raddampfer «Lotus» hievt die Anker zu einer schicksalsschweren Reise von Luxor nach Wadi Halfa. An Bord treffen wir auf eine illustre Gesellschaft, darunter auch Hercule Poirot, der endlich einmal Ferien machen möchte, und das frischvermählte Paar Kay und Simon Mostyn auf Hochzeitsreise. Doch die Flitterwochen werden durch den jähen Tod der schönen Braut vorzeitig beendet.

Offenbar haben einige der Passagiere ein Motiv für einen Mord – aber keiner will es gewesen sein.

Der «Tod auf dem Nil» zählt zu Agatha Christies packendsten Krimis. Sie schrieb ihren berühmten Roman in Assuan auf einer ihrer Ägypten-Reisen, die sie mit ihrer Tochter Rosalind und später mit ihrem zweiten Mann, dem Archäologen Max Mallowan, unternahm.

Pressestimme

Drama in Gempen: Eifersucht, Rache und zwei Tote
Die Theatergruppe Gempen zeigt seit letztem Samstag das Kriminalstück «Tod auf dem Nil». Auf dem Raddampfer Lotus wird geliebt, gehasst und gemordet.
Tobias Gfeller

Der erfahrene Meisterdetektiv sitzt gedankenversunken im Salon. Er setzt einen Stein auf den anderen, auf einmal greift ein Rädchen ins andere. «Was ist an diesem späten Abend bloss geschehen, als die schöne Kay Mostyn in ihrer Kabine erschossen wurde?», fragt er sich immer wieder. Es geht gegen Ende des Kriminalstücks «Tod auf dem Nil». Der Zuschauer tappt immer noch im Dunkeln, als der Detektiv plötzlich eine Eingebung hat und dem wahren Tathergang auf die Schliche kommt. Es ist die unerwartete Wendung im Stück, die man als Zuschauer irgendwie erwartet hat, aber sich in dieser Art und Weise nicht vorstellen konnte.

Mit Fantasie und viel Humor
Die Geschichte basiert auf dem gleichnamigen weltberühmten Roman von Agatha Christie. Da das Kriminalstück auch verfilmt wurde, kennen es auch viele, die keine Leseratten sind. Trotzdem lohnt sich der Gang in die Mehrzweckhalle des Schulhauses Gempen. Die Theatergruppe interpretiert das Stück in Schweizerdeutsch und mit viel Fantasie und Humor. Da ist zum einen Kay, das spätere Mordopfer, die mit ihrer selbstverliebten und eingebildeten Art ihren Ehemann fast erdrückt. Diesen hat sie ihrer damals noch besten Freundin Jackie ausgespannt. Jackie sinnt deswegen auf Rache und verfolgt das Paar auf Schritt und Tritt. Oder die stets angetrunkene Schriftstellerin Helen Foliot-Faulkes, die eigentlich mit ihrer schüchternen und immer korrekten Nichte eine ruhige Reise auf dem Nil unternehmen wollte. Mit fünf weiteren Männern an Bord wird es für den Detektiv zum kniffligen Unterfangen, dem Mörder auf die Spur zu kommen. Wer hat welches Motiv? Geldgier? Eifersucht oder einfach nur eine Tat im Vollrausch? Nach einem zweiten Mord scheint die Lage noch verzwickter. Nicht so für den Detektiv. Mit all seiner Erfahrung löst er das Mordrätsel.

Viel Applaus und Lob
Neben den Darstellungen vermag vor allem auch die Kulisse auf dem Raddampfer zu gefallen. Das ganze Stück spielt in einem liebevoll und mit vielen Details eingerichteten Salon. Im Hintergrund erscheinen, auch für Laien klar erkenntlich, fotografische Motive aus Ägypten. Regisseurin Susan Saladin und ihre Kollegen haben das Stück bewusst ausgewählt: «Wir haben dieses Stück nicht ausgesucht, weil es so bekannt ist, sondern weil uns der Inhalt gefallen hat. Wir spielen in Gempen seit über 30 Jahren Theater, da wird es immer schwieriger, gute Stücke zu finden, die nicht schon auf jeder Bühne in der Region aufgeführt wurden». Die Wahl und die Umsetzung wurden vom Publikum mit intensivem Applaus und Lobeshymnen gewürdigt.